Bridge & Bloom Coaching für ADHS, Autismus & Neurodiversität

Masking, Erschöpfung und die Frage nach passender Unterstützung

Masking beschreibt das Verbergen autistischer Merkmale, um in einer Umgebung nicht aufzufallen. Es funktioniert oft über Jahre — und kostet dabei durchgehend Kapazität, die an anderer Stelle fehlt. Im Coaching geht es nicht darum, Masking sofort abzulegen; das ist nicht überall gefahrlos möglich. Es geht darum, bewusst zu entscheiden: wo es nötig ist, wo nicht, und was es an Ausgleich braucht.

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Was gemeint ist

Was hier steht, stammt aus meiner Arbeit mit neurodivergenten Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Es ist keine Zusammenfassung von Forschung und ersetzt keine Abklärung.

Masking beschreibt das Verbergen autistischer Merkmale, um in einer Umgebung nicht aufzufallen: Blickkontakt halten, obwohl er Kraft kostet. Reaktionen nachahmen, die nicht von selbst kommen. Sätze vorher im Kopf durchgehen. Nicht zeigen, dass der Raum zu laut ist. Lachen, wenn andere lachen.

Vieles davon passiert nicht als Entscheidung, sondern als Gewohnheit — oft seit der Kindheit, oft ohne dass jemand es so benannt hätte.

Das Problem ist, dass es funktioniert

Masking ist wirksam. Es verhindert Nachfragen, Konflikte und manchmal auch Ausgrenzung. Genau das macht es so schwer zu ändern: Es ist keine schlechte Angewohnheit, sondern eine Strategie, die sich bewährt hat.

Die Kosten fallen nur nicht dort an, wo der Nutzen entsteht. Sie erscheinen abends, am Wochenende, in den Ferien — oder erst nach Jahren.

Woran sich die Rechnung erkennen lässt

  • Nach sozialen Situationen brauchst du unverhältnismäßig lange, um wieder zu dir zu kommen.
  • Du funktionierst in der Ausbildung oder Arbeit und fällst zu Hause aus.
  • Du weißt nicht immer, was du selbst willst — nur, was erwartet wird.
  • Du bist erschöpft, ohne sagen zu können wovon.
  • Menschen sind überrascht, wenn du erzählst, dass etwas schwer ist. „Das merkt man dir gar nicht an” ist ein Hinweis, kein Kompliment.
  • Dir fällt es schwer zu unterscheiden, was du magst und was du gelernt hast zu mögen.

Was im Coaching nicht passiert

Es geht nicht darum, Masking sofort abzulegen.

Das ist nicht überall gefahrlos möglich. Es gibt Ausbildungsplätze, Arbeitsstellen und Familien, in denen Offenheit reale Nachteile hat. Jemandem zu sagen, er solle einfach er selbst sein, ohne die Umgebung zu kennen, ist kein Rat, sondern eine Zumutung.

Es geht auch nicht darum, sich stärker anzupassen. Ein Training, autistische Merkmale zuverlässiger zu verbergen, wäre das Gegenteil dessen, was hier stattfindet.

Worum es stattdessen geht

Bemerken. Der erste Schritt ist oft, überhaupt zu sehen, wann es passiert. Vieles läuft so automatisch, dass es erst auffällt, wenn man gezielt danach schaut.

Unterscheiden. Wo ist Anpassung nötig, weil die Umgebung es verlangt? Wo ist sie Gewohnheit, ohne dass jemand es erwartet? Der zweite Fall ist häufiger, als die meisten annehmen — und dort liegt der leichteste Gewinn.

Bewusst entscheiden. Masking als Entscheidung kostet weniger als Masking als Dauerzustand. Zu wissen „hier mache ich es, weil es sich lohnt” ist etwas anderes, als es immer und überall zu tun.

Ausgleich einplanen. Wenn ein Tag absehbar viel kostet, gehört die Erholung danach zum Tag — nicht als Belohnung, sondern als Bestandteil der Planung.

Orte suchen, an denen es nicht nötig ist. Manchmal nur einer. Das reicht oft schon, um den Unterschied zu spüren.

Herausfinden, was darunter liegt. Besonders nach einer späten Einordnung: Was davon bin ich, was war Anpassung, was habe ich nie ausprobiert, weil es als unmöglich galt? Das braucht Zeit und ist selten in ein paar Gesprächen erledigt.

Wenn es mehr als Erschöpfung ist

Es gibt einen Punkt, an dem anhaltende Überlastung in etwas übergeht, das nicht mehr durch Pausen oder bessere Planung aufzufangen ist.

Wenn du seit Wochen durchgehend nicht mehr kannst, wenn Fähigkeiten wegbrechen, die vorher da waren, oder wenn es dir grundsätzlich schlecht geht, dann ist Coaching nicht der richtige Weg. Das gehört ärztlich oder psychotherapeutisch abgeklärt.

Coaching kann daneben stehen. Es ersetzt das nicht. Mehr dazu unter Arbeitsweise, Haltung und Grenzen.

Der nächste Schritt

Wenn du dich hier wiedererkennst, brauchst du dafür keine Diagnose und keine Erklärung im Voraus. Das Kennenlerngespräch dauert 20 bis 30 Minuten und ist kostenlos.

Dieser Beitrag ist allgemein gehalten und ersetzt keine individuelle Abklärung, Beratung oder Behandlung. Was in einer konkreten Situation sinnvoll ist, lässt sich nur im Einzelfall klären.

Verfasst von Fatmatu Jalloh. Zuletzt aktualisiert am .

Herausfinden, ob es passt

Das Kennenlerngespräch dauert 20 bis 30 Minuten, ist kostenlos und unverbindlich. Wir klären, worum es dir geht, wie ich arbeite und ob Coaching für deine Situation das Richtige ist. Es ist ausdrücklich keine kostenlose Coaching-Sitzung.

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